Scientists working with microscope in green house

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Auf dieser Seite finden Sie Informationen rund um die Themen Muttermilch, Stillen und Verdauung, um Sie in Ihrer täglichen Arbeit mit Eltern und Kindern zu unterstützen. Weiterführendes Material zu diesen und vielen weiteren Themen haben wir in unserem globalen INS-Portal für Sie zusammengestellt. Informieren Sie sich zum Beispiel in unseren Paper synopses über die Kernaussagen ausgewählter wissenschaftlicher Studien oder laden Sie ansprechende Infografiken herunter, die Sie im Gespräch mit Eltern einsetzen können.

Wir betrachten die Natur wissenschaftlich und die Wissenschaft natürlich


Wir sehen die Natur als grundlegende und inhärente Erscheinung, die uns alle umgibt und sich meist in natürlichen und einfachen Prozessen widerspiegelt. Die Natur ist jedoch auch ein wichtiger und komplexer Teil der Wissenschaft, von dem wir noch viel lernen können. Wir nutzen das Beste aus der Natur, geben eine Prise Wissenschaft dazu und erhalten so ein besseres Verständnis für die komplexen Prozesse und Mechanismen, die Säuglinge bei ihrem natürlichen Wachstum optimal unterstützen.

Unser Ziel

Wissenswertes rund um Muttermilch, Stillen und Verdauung


  • Muttermilchbildung unterstützen mit Galaktogoga


    Die meisten Mütter haben genug Milch, um ihren Säugling zu ernähren. Das Erlernen der richtigen Stilltechnik und des Anlegens, Kenntnisse zur Häufigkeit und Wirksamkeit der Brustentleerung, die Reduzierung von Stress und Ängsten, die Anwendung von Entspannungstechniken und Geduld im Umgang mit den Bedürfnissen des Säuglings sind wichtige Eckpfeiler für den Stillerfolg (WHO & UNICEF, 1993WHO, 2009). Dennoch ist eine von der Mutter wahrgenommene oder tatsächlich verminderte Muttermilchproduktion (Hypogalaktie) ein häufiger Grund für das Scheitern des Stillens.

    Galaktogoga sind Substanzen, die die Milchbildung oder die Milchfreisetzung unterstützen können und so einen Beitrag zur Erhöhung der Muttermilchbildung leisten. So gibt es beispielsweise Medikamente, die neben ihrer eigentlichen Bestimmung auch in die hormonell gesteuerte Milchbildung eingreifen und damit milchsteigernd wirken. Allerdings sind diese Medikamente nicht ausdrücklich als Galaktogoga zugelassen. In manchen Ländern wird aufgrund von Sicherheitsbedenken daher vor der Verwendung dieser pharmakologischen Galaktogoga gewarnt (Brodribb, 2018FDA, 2016).

    Natürliche Galaktogoga sind pflanzlicher Herkunft und werden seit Jahrhunderten in vielen Kulturen angewendet. In der traditionellen Medizin seit langem bekannte pflanzliche Galaktogoga sind Pflanzenextrakte oder Tees aus Fenchel, Kümmel, Bockshornklee, Geißraute und Mariendistel. Insbesondere der Extrakt aus der Mariendistelfrucht ist in den letzten Jahren durch den Phytokomplex Silymarin in den Fokus der Wissenschaft gerückt (Wilinska & Schleußner, 2015; Mortel & Mehta, 2013).

    Weitere Informationen und Literatur zu den Themen Galaktogoga und Silymarin finden Sie hier.

    Literatur
    Brodribb W. ABM Clinical Protocol #9: Use of Galactogogues in Initiating or Augmenting Maternal Milk Production, Second Revision 2018. Breastfeeding medicine : the official journal of the Academy of Breastfeeding Medicine 2018; 13(5):307–14. at: pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29902083
    FDA. FDA Warns Against Women Using Unapproved Drug, Domperidone, to Increase Milk Production: FDA Talk Paper: U. S. Food and Drug Administration; 2016 [status of: 2019 Dec 10]. at: www.fda.gov/drugs/information-drug-class/fda-talk-paper-fda-warns-against-women-using-unapproved-drug-domperidone-increase-milk-production
    Mortel M, Mehta SD. Systematic review of the efficacy of herbal galactogogues. Journal of human lactation : official journal of International Lactation Consultant Association 2013; 29(2):154–62. at: pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/23468043
    Wilinska M, Schleußner E. Galactogogues and breastfeeding. Nutrafoods 2015; 14(3):119–25. at: link.springer.com/article/10.1007/s13749-015-0034-9

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  • Verdauungsprobleme bei Säuglingen


    Bauchbeschwerden treten häufig in den ersten Lebensmonaten bei Säuglingen auf. Schätzungen zufolge sind rund 16–26 % aller Säuglinge davon betroffen. Diese Beschwerden werden in der überwiegenden Zahl der Fälle den sogenannten funktionellen gastrointestinale Störungen zugeordnet (FGID). Darunter werden altersabhängige Störungen verstanden, die während der normalen Entwicklung des Kindes auftreten können.

    Neue Erkenntnisse über kindliche Koliken und andere funktionelle gastrointestinale Störungen (FGID) sind in den sogenannten Rom IV-Kriterien 2016 zusammengefasst (Zeevenhooven et al. 2017). Kennzeichen für eine kindliche Kolik sind wiederkehrende und längere Perioden von Weinen, Aufregung oder Reizbarkeit des Kindes, die ohne offensichtlichen Grund auftreten und von den betreuenden Personen nicht verhindert oder behoben werden können (Benninga et al., 2016).

    Gastrointestinale Symptome bei Säuglingen werden häufig durch die Unreife des Magen-Darm-Trakts, des Nervensystems und des Darmmikrobioms des Kindes verursacht. Die Symptome können in vielen Fällen mild ausfallen, manchmal aber auch sehr belastend sein, was zu Sorgen bei den Eltern und verminderter Lebensqualität für Eltern und Kind führt (Salvatore et al., 2018).

    Grundsätzlich wird empfohlen, mit dem Stillen fortzufahren. Für Säuglinge, die mit Säuglingsnahrungen gefüttert werden, können Spezialnahrungen in Betracht gezogen werden. Ziel des diätetischen Managements ist es, die Verwendung unnötiger pharmakologischer Behandlungen zu begrenzen, ein frühzeitiges Abstillen zu verhindern und häufige, unnötige Wechsel zwischen Säuglingsnahrungen zu reduzieren (Salvatore et al., 2018).

    Weitere Informationen und Literatur zum Thema funktionelle gastrointestinale Störungen im Säuglingsalter finden Sie hier.

    Literatur
    Benninga MA, Faure C, Hyman PE, St James Roberts I, Schechter NL, Nurko S. Childhood Functional Gastrointestinal Disorders: Neonate/Toddler. Gastroenterology 2016; S0016–5085(16)00182-7. at: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/27144631/
    Salvatore S, Abkari A, Cai W, Catto-Smith A, Cruchet S, Gottrand F, Hegar B, Lifschitz C, Ludwig T, Shah N, Staiano A, Szajewska H, Treepongkaruna S, Vandenplas Y. Review shows that parental reassurance and nutritional advice help to optimise the management of functional gastrointestinal disorders in infants. Acta paediatrica
    (Oslo, Norway : 1992) 2018; 107(9):1512–20. at: pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29710375
    Zeevenhooven J, Koppen IJN, Benninga MA. The New Rome IV Criteria for Functional Gastrointestinal Disorders in Infants and Toddlers. Pediatric gastroenterology, hepatology & nutrition 2017; 20(1):1–13. at: pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/28401050

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  • Muttermilch: Humane Milch-Oligosaccharide (HMO)


    Muttermilch liefert die für Säuglinge notwendigen Nährstoffe wie Kohlenhydrate, Fette, Proteine, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Darüber hinaus enthält sie aber auch weitere Substanzen mit spezifischen Wirkungen für den Säugling. Dazu gehören die Humanen Milch-Oligosaccharide (HMO). Sie stellen eine Mischung aus komplexen Mehrfachzuckern dar, die in der Muttermilch den mengenmäßig drittgrößten Anteil der Bestandteile ausmachen. Im Gegensatz zum klassischen Kohlenhydrat der Muttermilch, der Lactose, sind die HMO für den Menschen allerdings unverdaulich (Bode 2012).

    Die hohen Konzentrationen und strukturellen Unterschiede (über 200 Formen wurden bislang identifiziert) der HMO sind charakteristisch für Muttermilch. Muttermilch-Oligosaccharide tragen vermutlich zu den vielen Vorteilen des Stillens bei. HMO werden mit der Etablierung eines günstigen Darmmikrobioms in Verbindung gebracht. Das Vorherrschen von Bifidobacteria-Arten bei gestillten Säuglingen beispielsweise wurde auf das Vorhandensein von HMO zurückgeführt (Kunz 2012).

    HMO können außerdem Krankheitserreger abwehren und das Infektionsrisiko verringern, indem sie entweder an Krankheitserreger selbst binden oder die Bindung von Krankheitserregern an Zielzellen verhindern (Plaza-Diaz et al. 2013; Triantis et al. 2018).

    Wenn Sie mehr zur Struktur und Terminologie von Muttermilch-Oligosacchariden wissen wollen oder an den aktuellen wissenschaftlichen Fragestellungen zur HMO-Forschung interessiert sind, finden Sie hier weitere Informationen und Literatur.

    Literatur:
    Bode L. Human milk oligosaccharides: every baby needs a sugar mama. Glycobiology 2012; 22:1147–62. at: www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22513036
    Kunz C. Historical aspects of human milk oligosaccharides. Advances in nutrition (Bethesda, Md.) 2012; 3(3):430S–9S. at: https://pubmed.ncbi.nlm.­nih.gov/22585922/
    Plaza-Díaz J, Fontana L, Gil A. Human Milk Oligosaccharides and Immune System Development. Nutrients 2018; 10(8). at: www.ncbi.nlm.nih.gov/­pubmed/30096792

    Triantis V, Bode L, van Neerven RJJ. Immunological Effects of Human Milk Oligosaccharides. Frontiers in pediatrics 2018; 6:190. at: www.ncbi.nlm.nih.gov/­pubmed/30013961

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