So steigern Sie Ihre Muttermilchproduktion – natürliche Lösungen, unterstützt durch die Wissenschaft


Das Gefühl einer unzureichenden Milchproduktion ist ein häufiges Stillproblem. Zwar gibt es Medikamente, um die Milchproduktion zu erhöhen, aber Mütter wenden sie aus Angst vor Nebenwirkungen für Mutter und Kind oft nicht an. Daher gewinnen natürliche Lösungen, deren Wert und Wirksamkeit mit Hilfe der Wissenschaft kontinuierlich verbessert werden, an Bedeutung.

Die Rolle und Verwendung von Galega und Silymarin als Galaktagoga


Galaktagoga sind synthetische oder pflanzliche Moleküle, die die Milchproduktion einer Frau fördern, aufrechterhalten und steigern können. Häufig verwendete, natürlich milchfördernde Kräuterextrakte sind Galega (Galega officinalis) und Mariendistel oder Silymarin (Silybum marianum) (Wilinska et al., 2015). Im Vergleich zu anderen natürlichen Lösungen wird diese Zusammensetzung vom Körper leichter aufgenommen und erhöht dadurch die Milchproduktion.

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Milk thistle
Natural breast milk increase with milk thistle or silymarin and galega

Die Rolle und Verwendung anderer natürlicher Galaktagoga


Auch andere natürliche Substanzen und Kräuterextrakte wie Fenchel, Bockshornklee und Malzbier können in der Regel die Muttermilchproduktion steigern. Im Vergleich zu Medikamenten ohne natürliche Inhaltsstoffe sind sie sicherer und haben weniger negative Nebenwirkungen. Ihre Wirksamkeit ist jedoch fragwürdig, da extrem große Mengen erforderlich sind, um die gewünschte galaktogene Wirkung hervorzurufen.

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Fennel plant
Galactogogues for natural breast milk increase
  • Die Rolle und Verwendung von Galega und Silymarin als Galaktagoga


    Kräuterextrakte sind eine sichere und natürliche Lösung für Probleme bei der Muttermilchproduktion wie Hypogalaktie (häufig bei Frühgeburten). Der Nutzen vieler dieser Behandlungsoptionen muss jedoch zunächst klinisch getestet werden. Kräuterextrakte neigen auch zu einer geringen Bioverfügbarkeit (d. h. geringe Löslichkeit und niedrige Absorptionsraten). Dies verringert ihre Wirksamkeit und macht es erforderlich, ungewöhnlich große Mengen der Extrakte einzunehmen. Ein alternativer Ansatz ist die Kombination mehrerer milchfördernder Inhaltsstoffe wie Castoldi et al. (2014) zeigen konnte. Er bewertete eine Kombination aus Silymarin und Galega mit Vitaminen und Carotinoiden über einen Zeitraum von 56 Tagen. Obwohl die Ergebnisse positiv waren, waren die Probandengruppen klein und die Ergebnisse zeigten einige Verbesserungsmöglichkeiten.

    Im Laufe der Jahre wurden Formulierungstechniken entwickelt, um dieses Problem zu überwinden. Ein Ansatz ist die Verwendung von Phospholipiden als Trägersystem für Moleküle auf Kräuterbasis. Vor kurzem wurde beispielsweise ein Silymarin-Phytosom-Komplex mit Phosphatidylserin kombiniert, wodurch die Bioverfügbarkeit des Kräuterextrakts erhöht wurde, während der natürliche Sicherheitsvorteil erhalten blieb. 

    Eine weitere neue milchfördernde Formulierung, die den Silymarin-Phytosomen-Komplex mit Galega (einem synergischen Galaktagogum) kombiniert, wurde in einer von der Gruppe vom Professor C. Romagnoli entwickelten klinischen Studie vorgestellt. Die Verwendung dieser Galactogoga-Formulierung führt bei Müttern von Frühgeborenen im ersten Monat nach der Entbindung zu einer erhöhten Muttermilchproduktion, ohne dass Nebenwirkungen auftreten (Zecca et al., 2016). In einer Folgestudie kam man zu dem Ergebnis, dass Mütter, denen diese Formulierung verabreicht wurde, in den ersten 3 bis 6 Monaten nach der Entbindung eine verbesserte Laktation zeigten als Mütter, denen Laktose verabreicht wurde (Serrao et al., 2017).

    Dieser neuartige Ansatz ist ein Beispiel dafür, wie die Wirksamkeit eines an sich sicheren Naturheilmittels mit Hilfe der Wissenschaft verbessert wurde. Geeignete Kräuterextrakte mit verbesserter Bioverfügbarkeit haben sich zu einer optimalen Lösung für Laktationsinsuffizienz (oder Hypogalaktie) entwickelt.

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  • Die Rolle und Verwendung anderer natürlicher Galaktagoga


    Andere natürliche, milchfördernde Substanzen sind pflanzlicher und homöopathischer Natur. Sie sind hauptsächlich in Form von Tees, anderen Getränken, Extrakten oder Globuli bei homöopathischen Substanzen erhältlich. Neben Galega und Silymarin werden häufig folgende pflanzliche Produkte zur Milchförderung genutzt: Bockshornklee (Trigonella foenum-graecum), Shatavari (Asparagus racemosus), Torbangun (Coleus amboinicus Lour), Fenchel (Foeniculum vulgare), Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus), Anis (Pimpinella anisum), Schwarzkümmel (Nigella sativa), Kümmel (Carum carvi), Koriander (Coriandrum sativum), Dill (Anethum graveolens), Basilikum (Ocimum basilicum), Luzerne (Medicago sativa), Distel (Centaurea benedicta), Brennnessel (Urtica dioica), Rotklee (Trifolium pratense), Malve (Malva), Eisenkraut (Verbena officinalis), Kreuzkümmel (Cuminum Cyminum) und Moringa (Moringa oleifera) (Bazzano et al., 2016; Espinosa-Kuo 2005; Mortel und Mehta 2013; Zuppa et al., 2010). Auch Getreide wie Gerste, Hafer und Malz sowie verwandte Produkte wie Malzbier wirken milchfördernd.

    Insbesondere die milchfördernde Wirkung von Bockshornklee wurde umfassend erforscht. Ähnlich wie bei anderen pflanzlichen Galaktagoga weisen die Ergebnisse jedoch eine gewisse Diskrepanz hinsichtlich ihrer Wirksamkeit auf. Während einige Studien zeigen, dass es die Laktation unterstützt, berichten andere Studien über keinen signifikanten Effekt. Ähnliche Ergebnisse gibt es für andere pflanzliche Substanzen – zum Beispiel Shatavari, Torbangun und Moringa –, bei denen die Wirksamkeit nicht eindeutig bestätigt werden kann (Bazzano et al., 2016; Mortel und Mehta, 2013). Ein möglicher Grund für diese widersprüchlichen Ergebnisse ist, dass die Wirksamkeit stark von der Konzentration der jeweiligen Pflanze abhängt. Aufgrund der geringen Bioverfügbarkeit (oder Körperresorption) von Kräuterextrakten ist die erforderliche Dosierung der Kräuter, die zu einer deutlichen Steigerung der Muttermilchproduktion führt, extrem hoch und wird möglicherweise nicht erreicht. Die hohen Mengen können wiederum zu Nebenwirkungen führen. Große Mengen von Bockshornklee können zum Beispiel Übelkeit und Erbrechen sowie einen ahornartigen Geruch des Urins, der Muttermilch und des Schweißes der Mutter hervorrufen und das Kind kann Durchfall bekommen (Bazzano et al., 2016; Zuppa et al., 2010).

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